Meinen Platz im Leben finden

Oder das Gefühl von Zuhause

Aus einer Umfrage heraus, worüber ich denn mal ein Buch schreiben sollte, ergab sich der Wunsch nach dem Thema „seinen Platz finden“. Nun, dann fang ich doch mal im kleinen Rahmen an und schreibe darüber auf meinem Blog.

Wenn mir jemand die Frage stellt, was das für mich bedeutet, bin ich unweigerlich im Kontext der großen Lebensfragen. Für mich geht es hierbei nicht um den Platz im Fußballteam oder den passenden Schreibtisch im Büro. Wie stehts mit dir? In welchen Kontext stellst du das Bedürfnis, deinen Platz zu finden? Mit welchem Bereich verbindest du dieses Verlangen? Oder ist es sogar dein sehnlichster Wunsch? Du willst in deinem Leben einfach nur eines: deinen Platz finden?! Wo auch immer dieser sein mag…

Für diejenigen unter euch, die wie ich nach den großen Antworten suchen, für die ist dieser Post gedacht. Und ich hoffe, ich kann dir mit meiner Perspektive und meinen Empfindungen eine kleine Orientierungshilfe sein, mit der du den richtigen Shop findest, in dem du die passende Landkarte kaufen kannst.

Der Platz ist überall und nirgendwo

Möglicherweise fährst du verzweifelt mit deinem Finger über die Landkarte, hüpfst von einem Ort zum andern, findest viele Plätze, die dir gefallen. Aber dein Finger bleibt nirgendwo stehen und legt sich auf einen dieser vielen bezaubernden Orte fest. Zu unentschlossen bist du. Du kannst dir einfach so so gut vorstellen, mal hier und mal dort zu leben. Aber wo zuallererst? Wo sollst du bloß dein Zuhause schaffen, eine schöne Wohnung mieten oder ein Häuschen bauen? Wo nur???

„Bitte sagt mir doch jemand, wohin ich soll!“

Die Auswahl fällt echt verdammt schwer. Wieder und wieder vollziehst du dieses Ritual. Wieder und wieder startest du den Versuch, eine Antwort zu finden. Gleichzeitig legst du die Entscheidung wieder und wieder auf Eis. Ein ständiger Kreislauf, der nervt, zermürbt und demotiviert. Was also tun?

Mein persönlicher Lösungsansatz

Meine Lösung auf diese Frage gab mir – wie so oft – die Musik. Danke an dieser Stelle an Ilse DeLange. Ihr Song „Homesick“ gibt mir die Antwort: „Wenn du Heimweh hast…“

„…maybe you’ve forgotten where your home is.“

Ist diese Antwort nicht wundervoll? Als ich diese Zeile ganz aufmerksam wahrnahm, wurdes es mir bewusst. Wenn wir vergessen, wo unser Zuhause ist, dann sind wir orientierungslos, dann irren wir durch die Gegend und finden keinen Weg zurück.

Und genau das passiert, wenn wir fern unseres Herzens sindWenn wir nicht in unserer Mitte weilen und ganz bei uns sind. Auch dann irren wir durch die Gegend und suche nach Ersatzlösungen, lenken uns ab, konsumieren, machen Dinge, die wir gar nicht gut finden. Wir suchen immer weiter und entfernen uns immer weiter von unserem Zuhause – von unserem Herzen.

Was wird dir helfen?

Dabei würde uns das Gegenteil helfen. Still zu werden, innezuhalten, stehen zu bleiben und durchzuatmen. Es würde uns helfen, all die Dinge zu tun, die uns entspannen, die uns ruhig werden lassen, sei es Yoga oder Meditation. Es kann aber auch die Auszeit von Arbeit und Medien sein oder der Verzicht auf Onlineshopping.

Was lässt dich ruhig und klar werden?

Stelle dir vor, wie du an einem See stehst, umgeben von einem Wald, abgeschieden und still. Du bist ganz allein und dir geht es gut damit.

Du machst einen Schritt zum Wasser hin. Kein Steinchen, kein Tierchen und kein Windhauch bewegen das Wasser. Es ist so ruhig und klar, als stünde die Zeit still. 

Atme. Beobachte. Blicke so lange auf dieses Wasser, bis es dir die Antwort geben wird. Die Antwort auf die Fragen: „Was lässt mich ruhig werden?“, „Was lässt mich klar sehen?“, „Wann stehe ich stabil und aufrecht?“, „Durch was finde ich zu meiner Mitte zurück?“.

(Die Übung kannst du tatsächlich an einem Waldsee machen oder du schließt die Augen und stellst es dir vor. Und hab Geduld, es kann eine Weile dauern, bis sich dir die Antworten zeigen.)

Was auch immer es ist was dich zurück zur Mitte führt. Genau das wäre dann wichtig, wenn du Heimweh verspürst und deinen Platz nicht finden kannst. Bleibe stehen, setze dich unter einen Baum und warte. Warte einfach nur… Beschäftige dich mir dir selbst und nutze die Einkehr, zurück zu dir selbst, zurück zu deinem Herzen.

Beginne dich selbst zu lieben!

Frei von der Sucht nach der Anerkennung von außen. Frei vom Getrieben sein, irgendwo hin zu wollen oder müssen. Frei von Bedingungen, die du erst noch erfüllen willst. Befreit von Groll, Wut und Selbstzweifel. Bedingungslos!

Dein Platz ist in dir selbst. Nirgendwo anders sollst du sein, als in deinem Herzen. Schaffe dir dort ein Zuhause, in dem du dich wohl fühlst, in dem du glücklich sein kannst, so wie du bist, mit allen Ecken und Kanten, in all deinen Facetten. Suche nach dem Schlüssel, der diese Tür öffnet, der die Tür zu deinem Herzen öffnet. All die Dinge, die dich glücklich machen und dein Herz erfüllen. Wenn dir das gelingt, wirst du deinen Platz haben.

Dein Platz ist in dir!

Du brauchst nicht mehr und nicht weniger als dich selbst, um deinen Platz zu finden. Du mit dir kannst überall auf dieser Welt sein. Aber, du musst MIT dir sein, sonst wirst du immer das Gefühl haben, einen Teil von dir irgendwo zurückgelassen oder vergessen zu haben. Und dann bist du nicht vollständig, du bist verteilt, nirgendwo ganz. Wenn du dich dann an irgendeinem Ort niederlässt, wird dir etwas fehlen. Du wirst Heimweh haben. „…Weil du vergessen hast, wo dein Zuhause ist…“

Also ist mein ganz persönlicher Ansatz von „seinen Platz finden“, den Platz in sich selbst zu suchen, ihn zu finden und sich dort niederzulassen. Alles andere ist eine Kür, die im Außen stattfindet und die immer und immer wieder ersetzbar ist.

Von ganzem Herzen
Deine Anja

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